Der Umstieg – ein kleiner Rückblick

Ich habe es getan! Ich habe mir meinen Traum erfüllt – ich habe mir eine Sony A7 III gekauft.

Lange, wirklich lange, habe ich überlegt. Ich war schon lange nicht mehr mit Canon zufrieden. War nicht mehr glücklich. Warum? Nun ja… Angefangen hat alles vor 9 Jahren mit einer Canon EOS 500D – meiner ersten Digitalen Spiegelreflexkamera. Ich war noch nie der kreativste. Ich wollte einfach haben, haben und nochmal haben. Was habe ich großartig fotografiert? Gute frage… Ich habe kaum ein Archiv mit Fotos und RAW wusste ich damals auch nichts mit anzufangen. Ich habe aber das gemacht, was ich wollte. Ich habe alles ausprobiert, was ich wollte. Angefangen, wie viele: Partyfotos in Discotheken. Jedoch habe ich schnell bemerkt, dass ich nicht jedes Wochenende mir die Nächte um die Ohren schlagen wollte. Partys sind eh nie so mein Fall gewesen. Über Hochzeiten von Bekannten (die ich noch immer ab und zu fotografiere 🙂 Also sind meine Fotos doch nicht sooooo schlecht), Streetphotography und auch mal Portraits, bin ich 2014 zur Sportfotografie gekommen.

Mein Traum war es immer einmal am Spielfeldrand in einem großen Stadion zu sitzen. Das habe ich 2014 geschafft! Bei meinem ersten Spiel im Berliner Olympiastadion, bei der Partie Hertha BSC gegen den FSV Mainz 05, gab ich mein „Debüt“. Schnell folgten zu meinen bereits vorhandenen Canon EOS 7D und Canon EOS 5D Mk3 eine Canon EOS 1Dx. Viele fragen sich jetzt bestimmt: Wieso zur Hölle, gibst du so viel Geld aus? Was soll ich sagen? Die einen rauchen, die anderen saufen. Die andere feiern und die anderen fahren fette Autos. Und ich kaufe mir halt für mein großes Hobby Kameras. Ich geh arbeiten, stehe in Lohn und Brot und möchte mein Leben soweit genießen 🙂 Zum Glück habe ich die beste Frau an meiner Seite, die ich mir vorstellen könnte und die hinter meinen Entscheidungen steht – Danke Schatz <3

Nach 2 1/2 Jahren, war aber dann im November 2016 Schluss. Warum? Ich habe mir meinen Traum erfüllt und aber gemerkt: die Kommerzielle Sport-, Event- und Pressefotografie ist nichts für mich. Für mich persönlich war der Aufwand für den Ertrag zu groß. Kleines Rechenbeispiel:
Ein Spiel hat 90 Minuten, mit Pause und Nachspielzeit kommt man auf ca. 110 Minuten. Dann ist man ca. 60-90 Minuten vor Spielbeginn im Stadion um sich vorzubereiten und 60 Minuten nach Spielende sollte man mindestens noch im Stadion einrechnen, wenn du nicht unbedingt mit den Fans aus dem Stadion strömen möchtest (oder man haut früher ab). Dann hast du den verschleiß deiner Kamera, deines Laptops. Du brauchst eine stabile Internetverbindung, um Live während des Spiels, Bilder an die Agentur zu versenden (auf fremdes WLAN zu verlassen war nicht so gut!). All das kostet. Du musst schnell sein, deine Techniken beherrschen und multitaskingfähig sein. Während deine Bilder auf den Rechner ziehen, musst du bereits mit der Kamera die nächste Speicherkarte voll machen. Du musst einschätzen können, ob es eine ruhigere Phase ist oder nicht. Bilder beschriften, zuschneiden, Grundbearbeitung und so weiter. Das war mir zum Schluss alles zu viel. Und wenn du Pech hast, gehst du Leer aus. Zeitungen haben Verträge mit den großen Agenturen und bekommen die Bilder im „Abo“ oder über Zweitagenturen, wo nur wenige Euros, gar Cents rausspringen. Und das wollte ich nicht mehr 🙂
Also zusammengerechnet: 260 Minuten plus Vorbereitung und Nachbereitung zuhause, je nachdem wie schnell man ist. Ich rechne pauschal mal mit 60 Minuten. Also 320 Minuten (5 Stunden) für vielleicht 30 Euro? Ne, da war mir meine Freizeit lieber. Aber ich konnte sagen: Check, mein Traum wurde erfüllt!

Tja, jetzt bin ich ein wenig abgeschweift, sorry! Aber vielleicht findest du den kleinen Einblick aus meiner Zeit als Sportfotograf interessant. Nun zurück zur Sony!

Um mich dem Alltagsstress der Arbeit zu entziehen, habe ich die Landschaftsfotografie für mich entdeckt. Die Ruhe, die Zeit die man sich nehmen kann (ich schreibe explizit kann!), ist sehr schön! Man muss sich aber die Zeit wirklich nehmen und das schaffe ich einfach nicht. Ich bin permanent am rotieren, am meckern und bin unzufrieden. Ich kann im Moment einfach nicht entspannen. Man rennt jeden Tag durchs Leben und genießt es kaum. Das ist das, was ich mir für 2019 vornehme: mehr entspannen, mehr Zeit nehmen und endlich mal aktiv und regelmässig Fotos machen, für die Community und ganz besonders für mich :-).
Da ich mit Canon nicht mehr zufrieden war (Dynamik, Handhabung, Qualität etc.) liebäugelte ich schon lange Zeit mit einer Sony A7 III. Ich schwankte zwischen der A7R III und der A7 III und die Entscheidung fiel schlussendlich auf die Version ohne R – ich brauche keine 40+ Megapixel 🙂

Ich liebe diese Kamera, ich liebe diesen Dynamikumfang und ich liebe die Focuspeaking Funktion 🙂 Ich bin unfassbar glücklich, dass ich diese Kamera mein eigen nennen darf.

Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich großartig schreiben soll. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, bleibt gesund und setzt euch Ziele 🙂

Schreibt doch in die Kommentare, was deine Ziele für 2019 sind.

Viele Grüße

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